Die Round-Robin-Verteilung ist ein Verteil-Modell, bei dem eingehende Leads der Reihe nach an eine feste Liste von Abnehmern vergeben werden: Lead 1 geht an Abnehmer A, Lead 2 an Abnehmer B, Lead 3 an Abnehmer C, und danach beginnt der Zyklus wieder von vorn. Es gibt weder ein Gebot noch eine Bevorzugung einzelner Käufer – jeder Empfänger kommt gleich häufig an die Reihe.
So funktioniert es
Bevor ein Lead überhaupt in den Round-Robin-Zyklus eintritt, durchläuft er in der Regel eine Vorab-Qualifizierung. Filter nach Region, Postleitzahl, Sparte oder Qualitätskriterien bestimmen, welche Abnehmer für diesen konkreten Lead überhaupt in Frage kommen. Nur die passenden Empfänger landen im aktiven Verteilkreis.
Innerhalb dieses qualifizierten Kreises entscheidet dann die Reihenfolge. Das System merkt sich, wer zuletzt einen Lead erhalten hat, und reicht den nächsten Datensatz an das darauffolgende Mitglied weiter. So entsteht über die Zeit eine gleichmäßige Auslastung aller Abnehmer.
Varianten
- Gewichtetes Round-Robin: Jeder Abnehmer erhält einen Kapazitätsfaktor. Ein Käufer mit Faktor 2 bekommt doppelt so viele Leads wie ein Käufer mit Faktor 1.
- Tages- und Stundenlimits: Ist das Kontingent eines Abnehmers erschöpft, wird er im Zyklus übersprungen, bis das Limit zurückgesetzt wird.
- Priorisierte Stufen: Bevorzugte Abnehmer werden zuerst bedient, der Rest teilt sich das verbleibende Volumen im klassischen Reihum-Verfahren.
Beispiel
Ein Portal generiert Anfragen für Wärmepumpen und arbeitet mit drei regionalen Installateuren:
- Installateur A: Tageslimit 12 Leads
- Installateur B: Tageslimit 8 Leads
- Installateur C: Tageslimit 4 Leads
Die ersten Leads laufen sauber reihum A → B → C → A → B → C. Sobald Installateur C am Nachmittag seine 4 Leads erreicht hat, wird er übersprungen, und der Zyklus läuft nur noch zwischen A und B weiter. Erreicht auch B seine 8 Leads, gehen alle weiteren Anfragen des Tages an A, bis dessen 12 erreicht sind. So bleibt die Verteilung fair, respektiert aber gleichzeitig die individuellen Kapazitäten.
Vorteile und Nachteile
Die Stärken liegen auf der Hand: Round-Robin ist transparent, fair und für alle Beteiligten leicht nachvollziehbar. Die Zuteilung erfolgt in Echtzeit, und niemand muss komplexe Auktions- oder Rankinglogiken verstehen. Gerade beim Aufbau neuer Käuferbeziehungen schafft dieses Modell Vertrauen.
Der Preis dafür ist fehlende Differenzierung. Es gibt keinen Preiswettbewerb – ein Abnehmer, der bereit wäre, mehr zu zahlen, wird nicht bevorzugt. Auch die Qualität eines Leads spielt bei der Zuteilung keine Rolle. Wer Erlöse maximieren oder Leads gezielt nach Zahlungsbereitschaft steuern möchte, stößt hier an Grenzen.
Abgrenzung zu anderen Modellen
Im Gegensatz zu Ping-Post fragt Round-Robin nicht bei jedem Käufer einzeln an, ob er den konkreten Lead annehmen möchte – es teilt schlicht der Reihe nach zu. Und anders als beim Lead-Bidding entscheidet nicht das höchste Gebot, sondern allein die Position im Zyklus. Round-Robin ist damit die ausgleichende Alternative innerhalb der gängigen Lead-Distribution.
Häufige Fragen
Für wen eignet sich Round-Robin?
Besonders für Anbieter mit einem festen Stamm gleichrangiger Abnehmer, die Wert auf faire, planbare Volumina legen und keinen Preiswettbewerb wünschen.
Lässt sich die Verteilung ungleich gestalten?
Ja. Über gewichtetes Round-Robin oder individuelle Tageslimits können Sie einzelnen Abnehmern gezielt mehr oder weniger Volumen zuweisen, ohne das Grundprinzip aufzugeben.
Was passiert, wenn ein Abnehmer sein Limit erreicht?
Der betreffende Käufer wird im Zyklus übersprungen. Die Leads verteilen sich auf die verbleibenden aktiven Abnehmer, bis Limits zurückgesetzt werden.
Ist Round-Robin mit Qualitätsfiltern kombinierbar?
Ja. Die Vorab-Qualifizierung nach Region, Sparte oder Qualität läuft dem Zyklus vor. Nur passende Abnehmer nehmen am Reihum-Verfahren teil.
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