Ein Ping-Tree ist ein automatisiertes Verteil-Modell, das mithilfe einer Wasserfall-Logik in Sekundenbruchteilen entscheidet, welcher Abnehmer einen frisch eingegangenen Lead erhält. Statt den Lead sofort fest zuzuweisen, bietet das System ihn nacheinander an – solange, bis ein Käufer zusagt.
So funktioniert es
Die Käufer sind in Stufen, sogenannte Tiers, gegliedert:
- Tier 1 – Premium: zahlungskräftige Abnehmer mit der höchsten Priorität
- Tier 2 – Standard: reguläre Käufer, die zum Zug kommen, wenn Tier 1 ablehnt
- Tier 3 – Überlauf: Abnehmer, die Leads zu niedrigeren Konditionen abnehmen und Restmengen auffangen
Innerhalb und zwischen den Tiers entscheiden drei Ranking-Kriterien über die Reihenfolge: die Priorität eines Käufers, die Gebotshöhe und die aktuell freie Kapazität. So landet ein Lead zuerst bei dem Abnehmer, der am besten passt und am meisten zahlt.
Der Ablauf im Detail
- Ein neuer Lead trifft ein und wird validiert.
- Das System bildet aus den berechtigten Käufern ein Ranking.
- Es sendet einen Ping an den erstplatzierten Abnehmer in Tier 1.
- Annahme: Der vollständige Lead wird per Post zugestellt, der Vorgang stoppt.
- Ablehnung: Das System pingt den nächsten Abnehmer – erst innerhalb Tier 1, dann in Tier 2, dann in Tier 3.
- Der Wasserfall läuft weiter, bis ein Käufer annimmt oder die Liste erschöpft ist.
Beispiel
Ein Vergleichsportal verkauft Photovoltaik-Leads. Für eine Anfrage aus dem Raum Stuttgart sieht das Ranking so aus:
- Tier 1: Anbieter A bietet 34 €, Anbieter B bietet 30 €
- Tier 2: Anbieter C bietet 22 €
- Tier 3: Anbieter D nimmt zu 14 € ab
Der Ping geht zuerst an A. A hat sein Tageskontingent bereits ausgeschöpft und lehnt ab. Der nächste Ping erreicht B, der annimmt. Der Lead wird für 30 € an B zugestellt, der Wasserfall stoppt – die Tiers 2 und 3 kommen gar nicht mehr zum Einsatz. Hätte auch B abgelehnt, wäre C an der Reihe gewesen.
Bezug zu verwandten Verfahren
Der Ping-Tree kombiniert mehrere Bausteine des Leadhandels. Die einzelne Anfrage an jeden Käufer entspricht dem Ping-Post-Prinzip: erst anfragen (Ping), bei Annahme ausliefern (Post). Die Gebotshöhe als Ranking-Kriterium überschneidet sich mit dem Lead-Bidding, das die Preisbildung dynamisch gestaltet. Und über einen Pre-Ping lässt sich vorab prüfen, ob ein Lead die Grundkriterien eines Abnehmers überhaupt erfüllt, bevor der eigentliche Wasserfall startet.
Wann ist ein Ping-Tree sinnvoll?
Ein Ping-Tree entfaltet seinen Wert, wenn Sie viele Abnehmer mit unterschiedlichen Prioritäten, Preisen und Kapazitäten bedienen und jeden Lead möglichst wertsteigernd verkaufen möchten. Bei nur wenigen gleichrangigen Käufern ist ein einfacheres Modell wie die Lead-Distribution per Round-Robin oft praktikabler.
Häufige Fragen
Wie schnell läuft ein Ping-Tree ab?
Der gesamte Wasserfall – vom Eingang des Leads bis zur Zustellung – dauert in der Regel nur Millisekunden bis wenige Sekunden, sodass der Lead maximal frisch beim Käufer ankommt.
Was unterscheidet einen Ping vom Post?
Der Ping ist die Anfrage mit reduzierten Daten, ob ein Käufer den Lead grundsätzlich annimmt. Der Post ist die anschließende Übermittlung des vollständigen Datensatzes nach der Zusage.
Kann ein Lead unverkauft bleiben?
Ja. Lehnen alle Abnehmer über alle Tiers hinweg ab, bleibt der Lead unverkauft. Ein gut kalibrierter Überlauf-Tier reduziert diese Fälle deutlich.
Wie werden die Tiers festgelegt?
Die Zuordnung erfolgt über Priorität, Gebotshöhe und Kapazität. Premium-Käufer mit hohen Geboten stehen oben, Überlauf-Abnehmer fangen Restmengen zu niedrigeren Konditionen auf.
Möchten Sie einen Ping-Tree für Ihren Leadhandel aufsetzen und in Echtzeit steuern? Demo buchen